Impressionen aus Rumänien (Fotos: F. Rauter)

 

 

Nach dem Flug von München – Wien – Bukarest begann unsere Busreise mit der Durchquerung der südlichen Dobrudscha. Zeugen alter Geschichte im „Archäologischen Museum“ und in der Umgebung der Stadt Constanza erinnern an das Volk der Daker, die Handelssiedlungen der Griechen und die Eroberung durch den römischen Kaiser Trajan. Minarette weisen auf die Herrschaft der Türken bis 1878 hin. Die Orthodoxie präsentierte sich uns in den Kirchen und Klöstern und als „Krönung“ in der Patriarchatskirche der Hauptstadt. Die ehemals stark bewaldete Dobrudscha ist heute von der Landwirtschaft dominiert.

Wir fuhren entlang riesiger Raps-, Getreide- und Sonnenblumenfelder. Der fruchtbare Lössboden lässt auch Wein gut gedeihen. Wir verkosteten den edlen Saft und erlebten einen hinreißenden Sonnenuntergang am Horizont endloser Rebenflächen. Örtlicher Forstkollegen führten uns beim Reservat Canaraua Fetei nahe der bulgarischen Grenze, oberhalb Babadag südlich von Tucea und im Reservat Macin – eine besondere Vielfalt an Laubbäumen (verschiedene Buchen, Linden, Ulmen, Eichen, Eschen, Pappeln, Ahorne, Robinien u.a.). Große Flächen werden als Niederwald zur Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz bewirtschaftet. In diesen Waldgebieten fanden wir auch die besten Plätze für unsere traditionellen „Forstvereins – Picknicks“.

Am Abend des 4. Tages erreichten wir Tulcea, die Hauptstadt und das „Herz des Donaudeltas“. Dort bekamen wir Informationen im Besucherzentrum des Biosphärenreservats und bestiegen 2 Hausboote, auf denen wir 3 Tage und Nächte verbrachten. Während die Hausboote, gezogen von einem Schlepper, uns auf dem Sulina – Kanal bewegten, führten uns einfache Kleinboote in die engsten Kanäle und Wasserarme oder auf die großen Seen mit ihren dicken Schilfgürteln, Seerosen- u. Wasserpflanzenrasen. Dort eröffnete sich uns die vielfältige Vogelwelt des Deltas: Kormorane, Pelikane, Reiher, Löffler, Schwäne, Störche, Enten, Wildgänse ...

Ein Erlebnis war auch der Auwald entlang der Wasserarme, mächtige Weiden und Pappelbestände, oft mit Stelzwurzeln. Der Bootsausflug zum „Letea – Urwald“ im Nordosten des Deltas und das originale Dorf der Lipowener - Sekte waren ein besonderes Erlebnis.

Die letzten 1 ½ Tage waren Bukarest gewidmet: zunächst in der Umgebung das Kloster Snagov und das alte walachische Fürstenschloss Mogosoaia. Zu Fuß erkundeten wir die Bauten des Zentrums: u.a. das Königsschloss, den Platz der Revolution, die Universitätsbibliothek. Der 1. Gruppe war ein Spaziergang durch die romantische Fußgängerzone vergönnt, während die 2. Gruppe durch einen Gewittersturm vom Patriachenhügel vorzeitig ins Hotel getrieben wurde. Am Vormittag des Rückflugs gab uns das Dorfmuseum noch Einblicke in Rumäniens alte Zeiten.

 

Bernhard Delong

 

Fotos von Otto Csikos und Franz Rauter