Vollversammlung mit Vortrag "Forst- und Sägewirtschaft - (k)eine Partnerschaft?"

Vollversammlung mit Neuwahl und Vortrag

Download Vortrag Frank Diehl

 

Der Tiroler Forstverein freute sich, 71 Mitglieder zur Vollversammlung mit anschließendem Vortrag

am Freitag, den 29. November 2019

um 08.30 Uhr in den Plenarsaal, Neues Rathaus Innsbruck begrüßen zu können.

 

08.30 Uhr Vollversammlung

Tagesordnung:

1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

2. Tätigkeitsbericht 2019

3. Kassabericht

4. Bericht der Kassaprüfer

5. Entlastung des Vorstandes

6. Veranstaltungsprogramm 2020

7. Neuwahlen

8. Anträge

9. Allfälliges

 

10.00 Uhr Jause

 

10.30 Uhr Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion

„Forst- und Sägewirtschaft – (k)eine Partnerschaft?“


Impulsvortrag 1- Säge oder Forst, wer gewinnt? Ein Dilemma!
DI Frank Diehl
(Forstverwaltung Mayr-Melnhof/Salzburg)

Obwohl die Situation in Westösterreich noch nicht so schlimm ist wie in Ostösterreich oder im Osten Europas, spricht der Referent von einem Dilemma, „es kracht überall“. Es gibt keine Betriebe, die noch positive Zahlen schreiben und wenn, nur auf Kosten der Zukunft. Die Importe wachsen und verschwenderischer Holzgebrauch durch Verkauf unter dem Wert ist kann auch keine langfristige Lösung ist Frank Diehl überzeugt. Die Forstwirtschaft ist zunehmend von der Witterung abhängig und auch die verschiedenen Baumarten kommen zunehmend unter Druck. Als kleinen Lichtblick weist der Referent auf Teile Tirols hin, die sich in Gunstlagen befinden. Hier prophezeit er durchaus Gewinne, obwohl auch hier der Ausfall von Baumarten wie der Fichte zu erwarten ist. Trotzdem sind die Forstwirtschaft und die Sägewirtschaft gefordert, um auch in Zukunft bestehen zu können. Die Erledigung der jeweiligen Hausaufgaben und eine bessere gegenseitige Abstimmung ist der einzige Weg aus diesem Dilemma.


Impulsvortrag 2- Die internationale Holzmarktsituation – eine Analyse!
Dr. Carl-Erik Torgersen
(Bundes-Berufsgruppensprecher des österr. Holzhandels)

 

Die Abhängigkeiten sind groß und die Situation nicht rosig, weiß Carl-Erik Trogersen. Der Handel und die Holzindustrie treffen sich jährlich zur Schnittholzkonferenz um die Marktsituation zu besprechen. Heuer war man nach Jahren erstmals in der Rezession. Es herrscht durch die vielen Schadereignisse ein Überangebot und der Ruf nach weniger Produktion wurde laut. Positiv zu erwähnen ist der Inlandsverkauf, auch wenn er geringer ausgefallen ist als im Vorjahr. Innereuropäisch bestehen natürlich Abhängigkeiten, die den lokalen Markt beeinflussen, aber global gesehen befindet sich das große Spielbrett in China, sehr belastend hier ist der Handelskrieg zwischen den USA und China. Eine einfache und schnelle Lösung ist zusammenfassend wünschenswert, aber leider nicht realistisch.

 


Podiumsdiskussion mit den Referenten und Vertretern der Tiroler Forst- und Holzwirtschaft
Helmut Troger
(Vors. WK-Fachverband Holz und Sägewirtschaft),
Hansjörg Neuschmied
(Sägewerkseigentümer),
Hermann Kuenz
(Abg. Tiroler Landtag und Waldbesitzer),
Josef Hechenberger
(Nationalrat, Präsident der LWK Tirol),
Josef Fuchs
(Forstdirektor Tirol),
Frank Diehl
(Forstverwaltung Mayr-Melnhof/Salzburg),
Carl Erik Torgersen
(Bundes-Berufsgruppensprecher des österr. Holzhandels)
Moderator: Rainer Eder
(Vorstandsdirektor Agrarverlag Österreich)

Die derzeitige Marktsituation stimmt im Grunde keinen zufrieden. Die Forstwirtschaft leidet unter den Schadereignissen und dem niedrigen Holzpreis. "Der Käfer ist oft schneller als der LKW, deshalb hinken wir dem Problem hinterher", so Forstdirektor Josef Fuchs. Auch die Holzindustrie ist teils überfordert. Helmut Troger sind die Stammkunden am wichtigsten und er sieht sich mehr als Teil der Lösung denn als Problem, aber auch die Herausforderungen werden immer größer. Die Logistik wird zunehmend zur Herausforderung und auch Frächter finden fast keine Fahrer mehr. Hansjörg Neuschmied stimmt zu, auch er bezieht zu 90% Holz vom Tiroler Raum, erst durch die Schadholzereignisse sind Importe aus dem nahen Ausland immer wichtiger geworden. Er hofft darauf, dass sich die Situation wieder einpendelt. Hermann Kuenz ist selbst Waldbesitzer und befürchtet eine Ertragslosigkeit im Schutzwald, der Frust bei den Waldbesitzern ist groß. Josef Hechenberger weiß um die Sorgen der WaldbesitzerInnen Bescheid. Die Gesellschaft wünscht sich einen intakten Wald, aber mit dem aktuellen Holzpreis sind diese Erwartungen leider nicht zu erfüllen. Er möchte das Thema Forstwirtschaft viel mehr in den Regierungsverhandlungen verankern. Zusammenfassend sind innovative Lösungen, eine gute Zusammenarbeit und auch die Politik gefragt um wieder eine gute Partnerschaft herzustellen. 

 

Ende ca. 12.30 Uhr

 

Über Euren Besuch haben sich gefreut:

DI Kurt Ziegner                                           DI Anna Rita Hollaus

Präsident                                                     Geschäftsführerin